Terminvereinbarung

Anmeldung über das Sekretariat des Medizinischen Ambulatoriums in Heiden via Kontaktformular,
per Mail: schmerz.maih@hin.ch 
oder Tel. +41 71 898 40 80

Schmerzmedizin

Wenn Schmerzen den Alltag bestimmen

Schmerzen betreffen weit mehr als nur den Körper – sie können unser gesamtes Leben aus dem Gleichgewicht bringen. Häufig gehen sie mit körperlichen Einschränkungen, Schlafstörungen, Erschöpfung oder emotionaler Belastung einher. Halten Schmerzen über längere Zeit an – trotz Abklärungen und Behandlungen – braucht es oft einen ganzheitlichen Blick: körperlich, emotional und sozial.

In der schmerzmedizinischen Sprechstunde erhalten Patientinnen und Patienten eine umfassende Beurteilung ihrer Situation – im Gespräch und durch eine körperliche Untersuchung. Gemeinsam werden Antworten auf zentrale Fragen erarbeitet:

Was habe ich?
Was kann ich tun?

Im Mittelpunkt stehen immer der Mensch selbst, sein Umfeld und die behandelnde Ärztin. Daraus ergibt sich ein individuell abgestimmter Behandlungsplan mit den bestmöglichen Therapieoptionen.

Schwerpunkte der Schmerzmedizin

  1. Behandlung von subakuten (>6 Wochen) und chronischen Schmerzen (>3 Monate) – nach Krankheiten, Unfällen oder belastenden Lebensereignissen
  2. Tumorschmerztherapie
  3. Psychosomatische Beschwerden und stressbedingte Reaktionen mit körperlicher Symptomatik

Häufig gestellte Fragen

Die Internationale Gesellschaft für das Studium des Schmerzes (IASP) definiert Schmerz als:

„Eine unangenehme sensorische und emotionale Erfahrung, die mit tatsächlichem oder potenziellem Gewebeschaden verbunden ist oder diesem ähnelt.“
(IASP, 2020)

 

Schmerz ist eine komplexe Empfindung. Er dient als Warnsignal – selbst dann, wenn keine direkte Gewebeschädigung vorliegt. Wie intensiv wir Schmerzen empfinden, hängt von vielen Faktoren ab: bisherige Erfahrungen, körperliche Reize, Erfahrungen, emotionale Zustände und das autonome Nervensystem beeinflussen unser Erleben.

 

Ein Beispiel aus der Praxis:
Berühren Sie ein heisses Backblech, reagiert der Körper sofort – Reflexbewegung, Schmerzsignal, Rückzug. Im Gehirn werden alle Informationen verarbeitet: Temperatur, Ort des Geschehens, Erinnerungen. Gleichzeitig aktiviert das Nervensystem körpereigene Hemmmechanismen, um den Schmerz zu lindern. So zeigt sich: Schmerz entsteht im Zusammenspiel von Körper, Nervensystem und Psyche – und kann hierdurch beeinflusst werden.

In der Schmerzmedizin wird der Mensch ganzheitlich betrachtet. Schmerzen entstehen im Wechselspiel zwischen:

  • Biologischen Faktoren (z. B. Nervensignale, Entzündungsreise, Gewebeschädigung)
  • Psychologischen Einflüssen (z. B. bisherige Erfahrungen, Stress, Überzeugungen)
  • Sozialen Aspekten (z. B. Alltag, Familie, Beruf)

Diese biopsychosoziale Perspektive berücksichtigt alle Lebensbereiche – denn sie wirken sich auf das Schmerzempfinden aus und bieten gleichzeitig Ansatzpunkte für die Behandlung.

Eine schmerzmedizinische Behandlung kann helfen bei:

  • Akuten oder chronischen Beschwerden des Bewegungsapparates
  • Unterstützung der Heilung nach Verletzungen oder Operationen
  • Neuropathischen Schmerzen bei Erkrankungen oder Verletzungen des Nervensystems
  • Narbenbeschwerden
  • Schmerzen bei Krebserkrankungen
  • Kopfschmerzen, wie Migräne oder Spannungskopfschmerz
  • Funktionellen Störungen innerer Organe

Erste Anlaufstelle bleibt Ihre Hausarztpraxis oder ein Facharzt (z. B. Neurologie, Orthopädie, Gastroenterologie). Kommen zusätzliche Beschwerden hinzu – z. B. Schlafprobleme, Erschöpfung, Vermeidungsverhalten, Frustration oder das gezielte Interesse an einer spezifischen Methode – dann kann die schmerzmedizinische Sprechstunde neue Perspektiven eröffnen.

Der Ersttermin dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten. Dabei erfolgt:

  • Ein detailliertes Gespräch zur Schmerzentwicklung
  • Eine körperliche Untersuchung
  • Die gemeinsame Festlegung des weiteren Vorgehens

Die Behandlung richtet sich nach einem gemeinsam festgelegten Therapieziel. Möglich sind u. a.:

  • Wissensvermittlung zum Schmerzverständnis
  • Stärkung der Selbstwirksamkeit
  • Bewegungstherapie und körperliche Aktivierung
  • Entspannungsverfahren
  • Medikamentöse Behandlungen
  • Infiltrationen
  • Manuelle und osteopathische Medizin
  • Posturologie
  • Analyse und Balance des Autonomen Nervensystems
  • Kurse für mehr Wohlbefinden und Selbstfürsorge

Sie können sich telefonisch oder per E-Mail im Medizinischen Ambulatorium in Heiden anmelden. Falls Sie im Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modell versichert sind, benötigen Sie eine entsprechende Überweisung.

Für eine gute Vorbereitung auf den Termin ist es hilfreich, vorab relevante Arztberichte, Austrittsberichte und Bildgebungen (z. B. Röntgen, CT, MRI) einzureichen.

Die Schmerzmedizin wird über die Grundversicherung (TARMED-Tarif) abgerechnet. Franchise und Selbstbehalt richten sich nach Ihrer persönlichen Versicherungspolice.